Das Laub fällt von den Bäumen, der Wind wird kräftiger und die Nächte werden frischer: Allmählich kehrt der Herbst ein und mit ihm kommt standesgemäß wieder eine ganze Bandbreite an neuen und alten Modetrends. Nimmt dein Kleiderschrank die Farbe des Herbsts an oder kontert er doch eher mit knalligen Tönen? Lohnt es sich, Mamas abgelegte Erinnerungsstücke neu zu inszenieren oder setzt du doch lieber auf zeitgenössische Schnitte der Runways? Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund um deinen Herbst-Look erhältst du hier – lass dich inspirieren und finde deinen ganz persönlichen Dress für die goldene Jahreszeit.

 

Modestile

Western

Howdy, Cowgirl! Vielleicht hängt es damit zusammen, dass der Sommer sich noch nicht so recht verabschieden will – vielleicht aber auch damit, dass bereits die amerikanischen Siedler einen exquisiten Geschmack für rustikale Mode hatten: „Western is back“ und der Trend geht dieses Mal auch über die allseits beliebten Boots hinaus. Designer setzen in diesem Herbst auf Elemente wie Trapper-Pelze, klassische Fransen oder gemusterte Prärie-Kleider und -hemden. In Kombination mit wuchtigen Cowboy-Gürteln oder listigen Banditen-Hüten brauchst du dir um einen lässigen, aber selbstbewussten Everyday-Look keine Sorgen mehr machen.

Brit-Chic

Garantiert gut kariert! Um das Karomuster kommen in diesem Herbst weder Mann noch Frau herum. Der Klassiker aus UK setzt auch in Kombination mit schlichteren Kleidungsstücken gekonnt Akzente und verschafft dir ganz obendrein eine elitär-britische Erscheinung. Tweed-Stoff hat sich nämlich schon lange von seinem verstaubten Image befreit und birgt einen nicht zu unterschätzenden Herbst-Vorteil: Er hält dich angenehm warm. Ob als Mantel oder Rock, die nächste Tea-Time kann getrost kommen.

Romantisch, aber stark

Die Herbstzeit ist für gewöhnlich ja die Zeit, in der man sich mit einer heißen Tasse Kakao auf die Fensterbank setzt, um dem Regen beim Fallen zuzuschauen. Die Dosis heiße Schokolade stellt in modischer Hinsicht dieses Jahr der Romantizismus dar: Gerüschte, flauschige und zart-samtige Stücke sind angesagt. Vor allem wenn es um bodenlange Kleider geht darf die feminine Seite gänzlich zum Vorschein gebracht werden. Be a strong princess!

68er

Muttis Archiv der ausgedienten Kleider wurde eingangs ja bereits thematisiert – wobei es sich bei folgendem Trend vermutlich eher um Omas Archiv ihrer Revoluzzer-Zeit handeln dürfte. Und tatsächlich trifft der 68er-Stil den heutigen Zeitgeist und verschafft auch jungen Frauen einen Zugang zu der Geisteshaltung, die Oma damals auf der Straße demonstriert hat. Erlaubt sind schlichte bis freundliche Farben sowie graphische und verspielt-blumenreiche Muster. Du brauchst weitere Inspiration? Check doch mal „Woodstock“ bei Pinterest.

Cyber Goth

Ein weiterer Blickfang auf den Catwalks waren in diesem Jahr die Outfits, die man ohne Weiteres auch in einem der Matrix-Filme hätte unterbringen können. Angelehnt an die Kultfilme aus den 90er-Jahren setzten Designer auf pop-futuristische Outfits, die entweder durch grelle und flippige oder mystisch-dunkle Farben herausstachen. So oder so: Mit diesen Styles bist du in jedem Fall auf jedem Rave gut aufgehoben – und ins Berghain kommste sicherlich auch rein.

Teenie-Style

Avril Lavigne macht gerade Freudensprünge, denn der Style, der sie so bekannt gemacht hat, feiert in diesem Herbst seine Renaissance. Der Teenie-Style besticht durch verspielt-lässige Elemente, die vor allem der Skater- und Snowboard-Kultur entspringen. „Erlaubt“ sind deshalb weite Baggies und dicke Anoraks im Stil der 2000er. Vergiss den Discman nicht.

Straight from the 80s

Was vor einigen Jahren noch undenkbar schien und bei konservativeren Designern für Kräuselung der Nackenhaare sorgte, ist heute aus der Modewelt nicht mehr wegzudenken: Die 80er lagen zwar bereits letztes Jahr wieder voll im Trend, halten sich jedoch auch in diesem wacker und mit breiter Brust. Nach wie vor bist du mit aufgepolsterten Schultern, breitärmligen Ledermänteln oder acid washed Jeans gut auf vorbereitet. Ansonsten: Frag wirklich mal Mama.

 

Farben & Muster

Jetzt wo du einen ersten Überblick über die Stile der Saison erhalten hast, steht noch ein Blick auf die Farben aus, die dich in diesem Herbst begleiten werden. Das Farbinstitut Pantone fasst dabei seine Analyse von Living- und Fashion-Kollektionen im „Color Report“ zusammen. So viel sei verraten: Von Klassikern bis hin zu bolden Statements bleibt kein Farbwunsch unerfüllt!

Rottöne

Kein Herbst ohne Rot. Ist einfach so. Was die Baumkronen vormachen, darfst du gerne in deine persönliche Farbauswahl einbauen. Egal ob Wein-, Feuer- oder Rostrot – die wärmste aller Farben gehört in deinen Kleiderschrank.

Kobaltblau

Den Ausgleich zum Rotstich schafft in diesem Herbst das Kobaltblau. Eine kräftige Farbe, die vor allem an Pullovern oder Mänteln optimal zur Geltung kommt.

Senfgelb und Curry

Auch in diesem Jahr wieder unterwegs: die Würzfarben senfgelb und curry. Aber aufgepasst: Gelb schmeichelt nicht jedem Teint gleichermaßen. Daher bieten sich vor allem Accessoires in diesem Farbton an.

Braun und Erdtöne

Das Motto hierbei lautet: Zurück zur Natur. Und einer, der dieses Leitbild sehr ernst genommen hat, ist Karl Lagerfeld. Der ließ für die Chanel-Show im Grand Palais einen Wald inklusiver echter Bäume nachbauen. Folglich präsentierte auch die Kollektion verschiedenste Braunnuancen. Ob Mantel oder Schal – den Kombinationsmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Orange

Ein weiterer in der Natur vorliegender Farbtupfer, der in deinen Outfits nicht fehlen darf, ist ein leuchtendes Orange. Damit wendest du die Blicke von den Laubkronen und Blätterhaufen auf direktem Wege auf dich.

Ultraviolett

Wenn du in diesem Herbst Mut beweisen willst, dann bist du beim Pantone-Star des Jahres gut aufgehoben: Ultraviolett überzeugt durch seine Strahlkraft und ist ein Statement, das seines Gleichen sucht.

Petrol

Eine angenehme Abwechslung zu den warmen Herbstfarben stellt Petrol dar. Der kühle Farbtupfer peppt vor allem samtartige Stoffe so richtig auf.

Metallic

Es schließt sich der Kreis zu den oben genannten Cyber Goth-Styles: Metallic-Stoffe liegen offenkundig voll im Trend und sorgen durch ihren strahlenden Effekt für einen frechen Look. Wenn dir das zu forsch ist, steig einfach mal mit einem metallic-farbenen Accessoire ein.

Beige

Die Grundlage für jeden Trenchcoat. Vor allem im Herbst erfreuen sich die Übergangsmäntel großer Beliebtheit, doch auch andere Kleidungsstücke kommen in beige sehr gut an – zum Beispiel Schals, Tücher oder Mützen.

Animal Print

Immer noch tierisch angesagt sind Animal Prints. Egal ob Raubtier-, Schlangen- oder Krokodil-Optik – der animalische Touch darf auch in diesem Herbst nicht ausbleiben. Sogar Zebra- oder Kuhmuster konnte man in diesem Jahr auf den großen Laufstegen beobachten. Großzügig inszenierte Animal Prints brauchen ohne Frage das notwendige Selbstbewusstsein, doch auch kleinere Elemente an Accessoires wie Schuhen, Taschen oder Schals entfalten schon einen frechen Effekt. Wie wild du bist entscheidest du.

Karo

Ob klassisch in rot oder gewagt in gelb, grün oder blau – das gute alte Karo ist nicht nur in Schottland etabliert. Man findet das Muster schon jetzt auf Hosen, Röcken und Jacken – vor allem bei tristem Wetter bringt das Frische in den Alltag.

Blumenprints

Auch wenn die Natur nun erstmal keine Frühblüher mehr aufweist heißt das nicht, dass du sie nicht in deinen Herbst-Look einbringen darfst. Vor allem in leicht ausgeblichener Form rufen florale Muster einen nostalgisch-romantischen Retro-Effekt hervor – siehe Woodstock. Ach und generell: Du bestimmst, wann Frühling ist.

Patchwork

Ein ebenfalls ganz zentrales Element des angesagten 68er-Styles ist das allbekannte Patchwork. In dieser Saison findet man das Muster ausgesprochen frei und elektisch vor – das ruft Erinnerungen wach. Also gar nicht lang nachdenken, sondern einfach kombinieren.   

 

Stoffe

Glänzende Materialien

Exzentrisch und praktisch zu gleich: Mit glänzenden Stoffen aus Vinyl, Lack oder PVC sicherst du dir nicht nur einen unverwechselbaren Akzent in deinem Style, du bleibst bei Regen vor allem auch schön trocken. Bereits letztes Jahr war Hochglanz angesagt, dieses Jahr ist das nicht anders. Shine bright like a diamond!

Leder

„Never change a winning team”! Ein Herbst ohne Lederjacke? Quasi undenkbar. Auch 2018 gilt es, das schwarze oder braune (Kunst-)Leder einzufetten.

Satin

Und mal wieder sind es die Gegensätze, die sich anziehen: Den Gegenpart zur rustikalen Leder-Optik liefert in diesem Herbst Satin. Ganz besonders Camisoles und Slip Dresses sind wieder angesagt.

Need for Tweed

Es wurde bereits alles gesagt: Ohne Tweed läuft in diesem Herbst gar nichts. Du brauchst weitere Beweise? Frag die Queen.

Cord

Er ist kuschlig, er ist trendy und auch er war nie wirklich weg: Cord ist eines der Must-Haves, egal ob als Jacke, Hose oder Blazer.

Denim

Zeitlos und doch jedes Mal aufs Neue überzeugend: Jeansstoffe versprühen Lässigkeit und sind im Prinzip zu jeder Jahreszeit unverzichtbar. In diesem Herbst sind es aber vor allem die dunkleren Waschungen (oder auch All Over-Outfits), die den Ton angeben. Insbesondere, wenn dich der Western-Style begeistert hat, gehört Denim standardgemäß in deine Garderobe.

Teddy-Stoffe

Der perfekte Stoff für einen entspannten Bummel über den sonntäglichen Flohmarkt. Und egal, ob beim Anschmiegen an den Teddy-Stoff frühkindliche Erinnerungen in dir wachgerüttelt werden oder nicht: Wenn du dich auch außerhalb der eigenen vier Wände durch den Herbst kuscheln willst ist Teddy die Jacke deiner Wahl!

Fake Fur

Eines der wenigen Szenarien, in denen das Wort „Fake“ positiv ist. Endlich können wieder die zottelig-fluffigen Kunstfell-Kapuzen und -Boots ausgepackt werden. Der Style geht zurück auf die ersten Kleider, die Menschen je getragen haben, und doch versprüht die haarige Optik seinen ganz eigenen, glamourösen Touch. „Apple Bottom Jeans, Boots with the fur” … ganz genau: „The whole club was lookin at her!“ Und zwar nicht ohne Grund.

Pailletten

Wer auf den Red Carpet-Charakter des Fake Furs jetzt noch einen draufsetzen will, dem bleiben in diesem Herbst immer noch die Pailletten. Die kleinen Glitzergaranten kommen besonders gut zur Geltung, wenn sie mit einem rustikalen Look wie zum Beispiel Parkas oder Jeansjacken kombiniert werden. Wenn du also abgelegte Teile in deinem Schrank entdecken solltest, pimp sie doch einfach mit ein bisschen Handarbeit auf. Wir wünschen ruhige Hände und ausreichend Selbstbewusstsein.

 

Schnitte

Kurz vorweg ein paar Spoiler:

Spoiler 1: Es geht viel.

Spoiler 2: Es kommt stark auf deinen Typ an.

Spoiler 3: Mach doch was du willst.

Oversize und Layering

Hand aufs Herz: Wie gerne läufst du in Jogginghose und zu großem Hoodie durch die Wohnung? Natürlich gerne, denn weite Kleidung trägt sich einfach sehr angenehm und hält vor allem in der kalten Jahreszeit kuschelig warm. Umso erfreulicher sind daher die in diesem Herbst angesagten Oversize- und Layering-Schnitte – quasi als Gegenstück zu den sonst oft femininen und figurbetonten Schnitten. Machst du eh schon immer? Weitermachen.

Lang und schmal

Wo Schatten ist, da ist auch Sonne. Genauso verhält es sich auch mit den beiden Extremen im Schnitt. Den Kontrast zu weiten und geschichteten Schnittmustern bilden lange und schmal geschneiderte Looks. Das, was Oversize versteckt, kommt in diesem Schnitt erst so richtig zur Geltung: Das Augenmerk liegt auf den natürlich-weiblichen Formen des Körpers. Den Kombinationsmöglichkeiten sind de facto keine Grenzen gesetzt, sodass dieser Schnitt bei jedem denkbaren Stil Anwendung findet.

Betonte Hüften

„I like big butts and I cannot lie” rappte bereits Sir Mix-A-Lot. Und vermutlich war die Akzeptanz in der Frauenwelt auch selten größer als heute, den Fokus auf die eigenen Rundungen zu legen. Auch die Modewelt flankiert diesen Trend und betont die Hüften gekonnt durch Polster oder raffiniert gesetzte, große Taschen. Steckt nicht in jedem von uns eine kleine Kim Kardashian?

Betonung der Schultern

Ein weiteres Relikt aus der Ära der 80er-Jahre feiert in diesem Herbst sein Comeback: Schulterpolster sorgen nämlich auch losgelöst von neonfarbenen Sakkos für einen wahren Hingucker.

Viktorianische A-Linie

Wenn du ohnehin schon auf Kleider stehen solltest, schnall dich jetzt lieber an, denn in diesem Herbst haben sich Modemacher auf eine der elementarsten Schnittmuster überhaupt besannen: Eine eng geschnittene Hüfte, gefolgt von ausgestelltem bis zum Boden fallendem Rock versprechen nicht nur angenehmen Tragekomfort, sondern auch einen einzigartigen Auftritt.

Extrem kurz

„Denk an deine Nieren!“ wird die innere Mama in deinem Kopf jetzt sagen. Doch in diesem Herbst darf ruhig ein bisschen Bein gezeigt werden. Extrem kurze, enganliegende Kleider spielen mit dem jugendlichen Spirit eines Katy Perry-Videos und greifen zudem das Eighties-Thema wieder auf. Und auch an kälteren Tagen sollte dieser Look, kombiniert mit einer blickdichten Strumpfhose, dem Herbstwetter trotzen.

So gern wir noch alle noch länger leichtbekleidet durch die flimmernden Straßen stolzieren würden: Es wird kälter, und leider kann niemand etwas dagegen tun. Deshalb: Positiv sehen und die neuen Chancen auf schöne Klamotten ausnutzen. Die Jahreszeit wartet wie immer mit vielen neuen und genauso vielen gewohnten Stilen, Stoffen und Schnitten auf. Das Schöne daran: für jeden Typ und jede Figur ist etwas dabei. Welcher Look deinen Charakter am besten wiederspiegelt bleibt dir überlassen. Fest steht allerdings: Es wird auf alle Fälle schick.

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